
Loslassen, aufbrechen und in die Ferne schweifen. Verweilen, wo sich ein Ort mir anvertraut – magische Momente, in denen die ‘Notizen einer Reisenden’ entstehen.

MAGIE TRIFFT POESIE: DAS GEHEIMNIS DER SKAGENMALERIN
Skagen ist ein magischer Ort, dem die Malerin Anna Ancher ein poetisches Erbe hinterlassen hat. Ich bin bei meiner Reise an den nördlichsten Punkt Dänemarks ihrem Geheimnis ein bisschen näher gekommen…

DIE SACHE MIT DER KUNST…
Wie wohnte man früher, wie wohnt man heute und wie werden unsere Kinder wohnen? Kaum etwas spiegelt unser Leben und seine Veränderungen so unmittelbar wie der Ort, an dem wir schlafen und essen, arbeiten und entspannen, wo wir für uns allein sind oder zusammen mit unserer Familie, unseren Freunden – die Rede ist von unserer "Behausung". Ein Thema, was mich angesichts von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Wohnungsnot zunehmend beschäftigt, denn es geht dringender als je zuvor darum, Wohnorte zu schaffen, an denen wir uns wohl fühlen und sicher sind vor Tsunamis und Überschwemmungen, vor Wirbelstürmen, Erdbeben, menschenunwürdiger Verschmutzung und beklemmender Enge. Was das heißt? Neue Visionen des Zusammenlebens müssen auf den Tisch, überall auf der Welt, aber besonders in den Städten der Industrienationen. Ein Ansinnen, für das sich in der Vergangenheit immer wieder Menschen engagiert haben: Sozialreformer und Gesundheitsapostel, Architekten und Unternehmerinnen, Wohltäter.
Ist von den großen Visionen im Massenwohnungsbau die Rede, dann darf auf der Liste ein Name nicht fehlen: Le Corbusier. Der bekannte schweizerisch-französische Architekt errichtete in den Jahren 1947-1952 die sogenannte Cité Radieuse in Marseille, der großen Hafenstadt im Süden Frankreichs: Ein auf Stelzen gebauter Wohnblock in Beton - grau mit bunt gewürfelter Fassade, eine Ikone der Moderne, die über 300 Wohnungen in unterschiedlicher Größe und Form beherbergt, und auch heute noch über eine gut funktionierende Wohngemeinschaft mit Läden, Cafés und Büros unter einem Dach verfügt. Le Corbusier verwirklichte Vision setzte damals im wahrsten Sinne des Wortes neue Maßstäbe. Er entwickelte sein Gebäude auf der Grundlage des Modulors, einem variablen Maßsystem, bei dem der Mensch das erklärte Maß aller Dinge und Längen ist - na klar, damit sah sich Le Corbusier in der Tradition von Vitruv und Leonardo da Vinci.
Architektur, Kunst und Reisen sind meine Leidenschaften. Sie nahmen vermutlich schon im Bauch meiner Mutter ihren Anfang, denn sie liebte das Reisen über alles und nahm uns als ungeborene Kinder immer mit. Aber 1971, ich war damals fünf Jahre alt, machten wir uns mit der ganzen Familie auf in Richtung Süden zu der Ausstellung eines großen Malers, und dort, da bin ich mir heute ganz sicher, nahm das, was mein Leben so nachhaltig beeinflussen sollte, seinen Lauf ...