Kunst 5-10 Materialheft zum Thema Gold

  • erschienen im Friedrich Verlag 1. Quartal 2018

Ob in Ägypten, in der Antike oder im Mittelalter, stets symbolisierte die Verwendung von Gold in der Kunst das göttliche (Totenmaske Tutanachamun), im engeren Sinne, das christliche Prinzip (Flügelretabel Oberwesel), das Jenseits, das Unendliche, das mythische „Goldene Zeitalter“. Mit der Renaissance verschwand das Gold weitgehend aus der Malerei, im Kunsthandwerk lebte es als kostbarer Luxus fort (Saliera Cellini), um an der Wende zum 20. Jahrhundert zurück in die Malerei zu kehren: mit alten und neuen Bedeutungen! Aus dem göttlichen Gold wurde das geistige Prinzip  (Klein, Redon), aus dem reinen Material eine Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft, am übersteuerten Kunstmarkt (Maurizio Cattelan), aus der Vergoldung eine Überhöhung der Person (Klimt) oder eines denkwürdigen Ereignisses (Berliner Siegessäule). Gold hebt seinen Träger aus dem alltäglichen Rahmen – ist das Versprechen von Ewigkeit! Das ist es, was dem Material, seinem Glanz, seiner Kostbarkeit und seiner Härte nach wie vor anhaftet, in der Kunst oder im Alltag, ob als Ehering oder Zahnersatz.

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